Dipl.- Ing. Karsten Sommer
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Expertenrat vom Verband Privater Bauherrn

30.07.2021

Sturm- und Regenschäden vermeiden

Auch wenn die Hochwasserkatastrophe
im Süden und Westen Deutschlands
ein dramatischer Ausnahmezustand
ist – die Ereignisse dieses
Sommers haben eindrücklich gezeigt,
welche schwerwiegenden Folgen eine
durchwachsene Wetterlage mit Dauerregen
und womöglich Sturmböen
für Haus- und Grundstücksbesitzer
haben kann. Es steht zu befürchten,
dass es im Zuge des Klimawandels
häufiger zu solchen Extremwetterlagen
kommt. Überflutete Keller, abgetragene
Dächer, Sturmschäden durch
herabstürzende Bäume – gegen meteorologische
Unbilden ist zwar kein
Eigentümer gefeit, doch manche
kostspieligen Konsequenzen lassen
sich mit etwas Vorsorge vermeiden.
Da wäre zunächst die Verkehrssicherungspflicht,
der jeder Grundstücksbesitzer
unterliegt. Der Sommer ist
eine gute Gelegenheit, das Haus
gründlich zu prüfen: Hängen Ziegel
lose, haben sich Gehwegplatten und
Treppenstufen gehoben oder abgesenkt,
stehen Einfriedungsmauern
sicher, wurzeln die hohen Bäume
noch fest?

Stürme können enorme Kräfte entwickeln.
Sie entwurzeln nicht nur Bäume,
sondern lockern selbst schwere
Dachziegel, die sich dann anheben
und verschieben können. Damit ist
das Dach nicht nur offen für Regen,
sondern auch eine Gefahr für die Allgemeinheit,
denn ungesicherte Ziegel
können herabstürzen und Menschen
verletzen. Sturmschäden müssen
immer möglichst schnell beseitigt
werden.

Stark beansprucht werden von schweren
Stürmen auch Fassadenverkleidungen.
Häufig lösen sich Schindeln
oder sogar Bretter aus dem Giebelfeld.
Rings um Dachgauben können
sich Teile lockern. Auch dort wird
dem Regen der Weg ins Hausinnere
Von wegen schöne Jahreszeit:
Sturm- und Regenschäden vermeiden
erleichtert, und natürlich können
solche Bauteile herunterfallen und
Menschen gefährden.

Kommt zum Sturm schwerer Regen,
dann können auch Dächer, in die es
seit Jahren oder sogar noch nie hineingeregnet
hat, durchnässt werden.
Hässliche Flecken an blütenweißen
Dachschrägen zeugen dann vom Malheur.
Grund dafür ist die Mischung
aus extrem viel Regen und starken
Windböen. Normalerweise läuft auf
dem ordentlich gedeckten Dach das
Regenwasser auf der lückenlos geschlossenen
Oberseite ab. Wenn die
Dachneigung stimmt, dann folgt es
einfach der Schwerkraft. Auch große
Wassermassen können so problemlos
abfließen. Kommt aber starker, böiger
Wind hinzu, oder auch viel Hagel, der
den Wasserablauf kurz blockiert, dann
kann das Regenwasser hoch und
unter die geschlossene Ziegeldecke
gedrückt werden. Dort bahnt es sich
dann seinen Weg ins Innere, vorzugsweise
an Ecken, Gauben und rings um
Dachflächenfenster. Das ist an sich
kein Grund zur Panik, denn solche
Stellen bereiten nach dem Unwetter
meist viele Jahre lang keine Probleme
mehr, erst wieder beim nächsten
Orkan, bei dem Wassermenge und
Windrichtung erneut unglücklich
zusammentreffen.

Doch nicht nur, weil solche Wetterereignisse
zunehmen, dürfen diese
Wasserschäden keinesfalls auf die
leichte Schulter genommen werden.
Oft durchnässt das eingedrungene
Regenwasser die im Dach liegende
Wärmedämmung. Das bringt zwei
schwerwiegende Probleme mit sich:
Zum einen isoliert nasser Dämmstoff
nicht mehr, im Gegenteil, er wird sogar
zum Wärmeleiter. An nassen Stellen
geht also Energie verloren. Das zweite
Problem ist noch gravierender: Die
nasse, an Holzbauteilen anliegende
Wärmedämmung behindert das Trocknen
des Holzes. Bleibt das Holz aber
länger nass, kann es faulen und wird
zum Nährboden für Pilze. Auch bei
undichter Dampfbremse und durchfeuchteter
Dachkonstruktion kann
sich Schimmel bilden und über Risse
und Lücken in der inneren Wandbekleidung
in die Raumluft gelangen.

Damit ist nicht zu spaßen, warnt der
VPB: Schimmel kann die Gesundheit
gefährden.

Der VPB rät deshalb: Feuchte Stellen
im Dach unbedingt schnell kontrollieren
und reparieren lassen! Sonst
werden aus kleinen Ursachen teure
Bauschäden. Bester Partner für die
Schadensanalyse, so der Verbraucherschutzverband,
sind die VPB-Bauherrenberater,
die auch die geeigneten
und kompetenten Partner für die
Reparatur die Handwerksfirmen vor
Ort kennen.

Übrigens: Schon im Jahr 2007 hat
der Gesetzgeber auf die Klimaänderungen
reagiert und neue Berechnungen
für die Windlast eingeführt.
Damit sind die Anforderungen an
die Windsicherung höher geworden.
Auch wenn diese Vorgaben nur für
neue Dächer gelten, müssen alte
Dächer, die noch nicht den aktuellen
klimatischen Bedingungen entsprechend
berechnet wurden, umso sorgfältiger
kontrolliert und instand gehalten
werden.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre
Immobilie gut gegen Unwetterschäden
gerüstet ist, empfiehlt sich wie
immer eine fachkundige Beratung
durch einen VPB-Sachverständigen.

Admin - 08:51:31 | Kommentar hinzufügen

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